Was sind Spezifische Lernstörungen (LRS)?

Wir hören oft das Akronym LRS in Schulen, aber es ist nicht immer klar, was genau sich dahinter verbirgt. Es bezeichnet Spezifische Lernstörungen, die verschiedene diagnostische Kategorien umfassen: Legasthenie, Dysorthographie, Dysgraphie und Dyskalkulie (Consensus Conference Roma, 2010). Das Hauptmerkmal dieser Störungen ist, dass sie spezifisch sind, das heißt, sie betreffen bestimmte Fähigkeiten, während andere unversehrt bleiben. Im Einzelnen:

  • Die LEGASTHENIE äußert sich in Schwierigkeiten beim Lesenlernen, insbesondere bei der Dekodierung von Schriftzeichen, also bei der Genauigkeit und Geschwindigkeit des Lesens;

  • Die DYSGRAPHIE äußert sich in Schwierigkeiten bei der grafischen Umsetzung der Schrift;

  • Die DYSORTHOGRAPHIE äußert sich in Schwierigkeiten bei sprachlichen Transkodierungsprozessen;

  • Die DYSKALKULIE äußert sich in Schwierigkeiten bei automatisierten Rechenprozessen und der Zahlenverarbeitung.

Um diese Diagnosen zu erhalten, sind klinische anamnestische Untersuchungen durch multidisziplinäre Teams aus Fachpersonal erforderlich, wie zum Beispiel Neuropsycholog:innen, Logopäd:innen und Neuropsychiater:innen.

LRS werden durch das italienische Gesetz 170/2010 anerkannt. Dieses Gesetz schützt die Rechte von Menschen mit LRS sowohl im schulischen als auch im universitären Kontext. Um Inklusion zu gewährleisten, werden verschiedene Hilfsmittel angeboten, die je nach den Bedürfnissen der betroffenen Person ausgewählt und angepasst werden. Sie lassen sich in kompensatorische Hilfsmittel unterteilen, die den Einsatz externer Unterstützungen wie Übersichten, Mindmaps, Computer und Taschenrechner umfassen, sowie in dispensative Maßnahmen, die im Allgemeinen die Reduzierung der Lern- und Übungsbelastung betreffen. Durch den Einsatz dieser Hilfsmittel können Kinder und Jugendliche mit LRS die gleichen Ergebnisse wie ihre Mitschüler:innen erzielen. Das sollte das eigentliche Ziel sein, um Ausgrenzung und Schulabbruch zu vermeiden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Zusammenarbeit zwischen Familie, Schule und anderen beteiligten Fachkräften unerlässlich. Seit Jahren begleite ich als LRS-Lerntherapeutin Schüler:innen dabei, sich mit den angebotenen Hilfsmitteln vertraut zu machen und die richtigen Strategien zu finden, um den schulischen Anforderungen zu begegnen, und so Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit zu stärken. Für weitere Informationen können Sie mich gerne kontaktieren!

References

2010

  1. Disturbi specifici dell’apprendimento
    Consensus Conference Roma
    2010
    Accessed: 2024-02-17